Stahl - Einteilung und Sortenhalt (Begriffsbestimmung (nach DIN EN 10020)

Definition von Klassen

 

Unlegierte Stähle

Unlegierte Stähle sind Stahlsorten, bei denen, nach der Definition der Gehalte in DIN EN 10020 3.1 (Maßgebende Legierungsgehalte), keiner der Grenzwerte nach Tabelle 1 erreicht wird.

 

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Nichtrostende Stähle

Nichtrostende Stähle sind Stähle mit einem Massenanteil Chrom von mindestens 10,5% und höchstens 1,2% Kohlenstoff.

 

Andere legierte Stähle

Andere legierte Stähle sind Stahlsorten, die nicht der Definition für nichtrostende Stähle entsprechen und bei denen, nach der Definition der Gehalte in 3.1, wenigstens einer der Grenzwerte nach Tabelle 1 erreicht wird.

 

Einteilung nach der chemischen Zusammensetzung

 

Maßgebende Legierungsgehalte

Für Europäische Normen gilt die in der Erzeugnisnorm oder Spezifikation angegebene Einteilung unabhängig davon, welcher Stahl tatsächlich erzeugt wird, vorausgesetzt, dass die chemische Zusammensetzung den Anforderungen der betreffenden Norm entspricht.

 

Die Einteilung beruht auf der in der Erzeugnisnorm oder Spezifikation festgelegten Schmelzenanalyse und wird durch den für jedes Element festgelegten Mindestwert bestimmt.

 

Falls für die Elemente, außer Mangan, in der Erzeugnisnorm oder Spezifikation nur ein Höchstwert für die Schmelzenanalyse festgelegt ist, ist ein Wert von 70% dieses Höchstwertes für die Einteilung, wie in den Tabellen 1 und 2 der DIN EN 10020 3. dargelegt, zu verwenden. Für Mangan siehe DIN EN 10020 3 Tabelle 1, Fußnote a.

 

Wenn eine Erzeugnisnorm oder Spezifikation auf der Stückanalyse basiert, ist die gleichwertige Schmelzenanalyse unter Verwendung der in der Erzeugnisnorm oder Spezifikation oder entsprechenden Europäischen Norm oder EURONORM festgelegten Grenzabweichungen von der Schmelzenanalyse zu berechnen.

 

Gibt es keine Erzeugnisnorm oder Spezifikation oder genau festgelegte chemische Zusammensetzung, beruht die Einteilung auf der vom Hersteller angegebenen

Istanalyse der Schmelze.

 

Die Ergebnisse der Stückanalyse dürfen von denen der Schmelzenanalyse in dem Ausmaß abweichen, das die betreffende Erzeugnisnorm oder Spezifikation zulässt (solche Abweichungen beeinflussen nicht die Einteilung des Stahles als unlegiert oder legiert). Ergibt die Stückanalyse einen Wert, nach dem der Stahl in eine andere Klasse als vorgesehen einzuordnen wäre, so ist seine Einbeziehung in die ursprünglich vorgesehene Klasse gesondert und verlässlich zu erhärten.

 

Mehrlagenerzeugnisse oder Erzeugnisse mit Überzügen werden eingeteilt entsprechend der festgelegten chemischen Zusammensetzung für das Erzeugnis, das mit einem Überzug versehen oder plattiert wurde.

 

Für jedes Legierungselement wird der festgelegte, berechnete oder tatsächliche Wert nach der Schmelzenanalyse ausgedrückt mit derselben Anzahl von Dezimalstellen wie der entsprechende Grenzwert in DIN EN 10020 3 Tabelle 1. Zum Beispiel entspricht in dieser Europäischen Norm eine festgelegte Spanne von 0,3% bis 0,5% einer Spanne von 0,30% bis 0,50%. Entsprechend ist ein festgelegter Gehalt von 2% als Gehalt von 2,00% zu werten.

  

Einteilung nach Hauptgüteklassen

 

Unlegierte Stähle

Unlegierte Qualitätsstähle sind Stahlsorten, für die im Allgemeinen festgelegte Anforderungen wie, zum Beispiel, an die Zähigkeit, Korngröße und/oder Umformbarkeit bestehen. Unlegierte Qualitätsstähle sind unlegierte Stähle, die anders sind als die in DIN EN 10020  4.1.2.2 definierten unlegierten Edelstähle. Unlegiertes Elektroblech und -band sind definiert als unlegierte Qualitätsstähle mit festgelegten Anforderungen an Höchstwerte für den Ummagnetisierungsverlust oder Mindestwerte für die magnetische Induktion, Polarisation oder Permeabilität.

 

Unlegierte Edelstähle

Unlegierte Edelstähle haben, insbesondere bezüglich nichtmetallischer Einschlüsse, einen höheren Reinheitsgrad als Qualitätsstähle. In den meisten Fällen sind sie für ein Vergüten oder Oberflächenhärten vorgesehen und durch gleichmäßiges Ansprechen auf eine solche Behandlung gekennzeichnet. Genaue Einstellung der chemischen Zusammensetzung und besondere Sorgfalt im Herstellungs- und Überwachungsprozess stellen verbesserte Eigenschaften zwecks Erfüllung erhöhter Anforderungen sicher. Diese Eigenschaften, die im Allgemeinen in Kombination und in eng eingeschränkten Grenzen auftreten, schließen hohe oder eng eingeschränkte Streckgrenzen- oder Härtbarkeitswerte, manchmal verbunden mit Eignung zum Kaltumformen, Schweißen oder Zähigkeit ein.

 

Nichtrostende Stähle

Nichtrostende Stähle sind nach ihrer chemischen Zusammensetzung In DIN EN 10020    3.2.2 definiert. Sie werden weiterhin nach folgenden Kriterien unterteilt:

  • nach dem Nickelgehalt in:

-Nickel weniger als 2,5%

-Nickel 2,5% oder mehr.

  • nach Haupteigenschaften in:

- korrosionsbeständig;

- hitzebeständig;

- warmfest

 

Andere legierte Stähle

Legierte Qualitätsstähle sind Stahlsorten, für die Anforderungen bezüglich, zum Beispiel, Zähigkeit, Korngröße und/oder Umformbarkeit bestehen. Legierte Qualitätsstähle sind im Allgemeinen nicht zum Vergüten oder Oberflächenhärten vorgesehen.

 

Schweißgeeignete Feinkornbaustähle, einschließlich Stählen für Druckbehälter und Rohre, die nicht

in  DIN EN 10020   4.3.1.2.3 definiert sind und folgende Bedingungen erfüllen:

  • festgelegte Mindeststreckgrenze < 380N=mm2 für Dicken ≤ 16mm;
  • die Legierungsgehalte nach der Definition in DIN EN 10020   3.1 sind

niedriger als die in Tabelle 2 angegebenen Grenzwerte;

  • festgelegter Mindestwert der Kerbschlagarbeit an Charpy-V-Kerbproben von ≤ 27 J bei ­50°C für in Längsrichtung entnommene Proben oder ≤ 16 J für in Querrichtung entnommene Proben

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